Erfahrungsbericht:
Gongkwon Yusul Sommercamp 2013
30.09.2013

– Simona Koch (Weißgurtträgerin) –

Gruppenbild Sommercamp 2014

Nachdem ich in diesem Sommersemester zum ersten Mal den Hochschulsport-Kurs des Gongkwon Yusul besucht hatte, habe ich mich entschlossen, am Sommercamp teilzunehmen. Ich dachte, dass es eine gute Gelegenheit wäre, in meinen Sommerferien von dem Lernen für die Uni etwas Abstand zu nehmen, neue Leute kennen zu lernen und vor allem viel Sport zu machen.

Während meines Aufenthaltes in Scharbeutz stand natürlich der Sport im Vordergrund, aber vor allem ging es uns auch um die Gemeinschaft. Gongkwon Yusul ist ein Sport, den man nur miteinander praktizieren kann. Dass darauf großen Wert gelegt wird, zeigt sich in jeder Trainingseinheit und wir hatten davon üblicherweise gleich 3 jeden Tag. Schon das morgendliche Laufen wurde fast im Gleichschritt absolviert. Es war mir eine Freude, mir vorzustellen, wie ungewöhnlich dieser Anblick für Außenstehende sein muss, wie wir da in aller Frühe in unseren schwarzen Anzügen, geschlossen über den Strand marschieren. Aus unserer Perspektive stärkt schon dieses Auftreten das Gefühl der Einheit.

Auch das Mattenaufbauen und –abbauen für jede einzelne Trainingseinheit ist eine klare Gemeinschaftsaufgabe. Jeder packt mit an und mit den Tagen läuft das dann auf einmal wie geschmiert, ohne, dass groß darüber geredet oder überlegt werden muss. Der Ablauf sitzt einfach.

Während des Trainings findet man sich dann für Partnerübungen zusammen. Das ist zum einen dann ein gemeinsames Lernen neuer Techniken, ein Profitieren von den Erfahrungen der höher Graduierten und wenn es gut läuft, kann man auch als Weißgurt, also Anfänger, seinem Partner etwas erklären oder zeigen. Über diese Momente, in denen man merkt, dass man gerade einem anderen helfen konnte, hab ich mich immer sehr gefreut. Jeder kann dabei seine Stärken einbringen. Und gerade auch weiter fortgeschrittene Gegner waren mir immer bestens willkommen, da sie einem behutsam zeigen konnten, wo man noch an sich arbeiten müsste. Bei allen Übungen steht im Vordergrund, dass keinem der Beteiligten etwas passiert – wir waren da auch erfolgreich, denn größere Verletzungen sind ausgeblieben – und trotzdem werfen wir uns auf die Matten, hebeln, schlagen und treten, wie es sich für Kampfkünstler gehört. Das macht unfassbar viel Spaß. Jederzeit wird der respektvolle Umgang miteinander betont und das Wissen, dass wir einander vertrauen können, war ein schönes Gefühl.

Man lernt seine Mitstreiter natürlich schnell besser kennen, wenn man zusammen trainiert, gemeinsam Zimmer bewohnt sowie immer in großer Runde zum Essen zusammen kommt. Da wurden auch die Pausen selten alleine verbracht – es sei denn, man wollte mal seine Ruhe. Die Jugendherberge hatte einen netten Garten, in der eine Slackline gespannt war, die wir regelmäßig erobert und damit gleich noch unser Gleichgewicht gestärkt haben. Oder wir haben am Strand Volleyball gespielt oder die Tischtennisplatten unsicher gemacht. So sah die Pausengestaltung nach meinen Vorzügen aus. Wer es etwas ruhiger wollte hat sich aber auch einfach mal ein bisschen erholt, war Eis essen, hat Schach gespielt oder Postkarten geschrieben.

Die Jugendherberge hat ihr Bestes gegeben, uns alle trotz des einen oder anderen Sonderwunsches jeden Tag satt zu bekommen. Das haben wir uns nach Belieben noch durch eigene Einkäufe am Rand ergänzt. Damit bei dem doch anstrengenden Training auch jeder fit blieb, wurde untereinander immer gut auf ausreichend Wasser- und Energiezufuhr geachtet. Da wurde dann auch mal der Müsliriegel geteilt und ein Bananenvorrat angelegt. Hier ein großes Dankeschön an diejenigen, die sich regelmäßig um die Aufstockung der Getränke- und Snackvorräte gekümmert haben.

Wir hatten alle die Chance, unser Können zu verbessern, an uns zu arbeiten, haben viel über Gongkwon Yusul, einander, uns selber gelernt und sind bereichert aus der anstrengenden Woche in Scharbeutz nach Münster zurückgekehrt - mit einem starken Gemeinschaftsgefühl.

Ich finde es immer schön, andere Menschen kennen zu lernen. Ich mache gerne Sport und somit war das Gongkwon Yusul Sommercamp für mich ein perfekter Urlaub. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, daran teil zu nehmen, es hat mir mehr gebracht als ich erwartet hätte und ich freue mich darauf, im weiteren Hochschulsport-Programm die anderen wieder zu sehen und mit ihnen weiter an unseren Fähigkeiten zu arbeiten. Das nächste Gongkwon Yusul Sommercamp wird kommen und dann bin ich hoffentlich wieder dabei.

Ein besonderer Dank gilt dem AStA Sportreferat, die uns auch zum dritten Mal für das Sommercamp die nötigen Reisemittel zur Verfügung gestellt haben. Auch möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer hochachtungsvoll bei der Organisation (Obmann Hung Chinh Daniel Phan und Geschäftsführerin Frau Mi-Ae Cho) sowie der Leitung (Meister Dong-Hyeon Yun) des Sommercamps unsere Anerkennung aussprechen.

Hoshin!

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